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Testumgebung einrichten und nutzen

Eine vollständige Test-Installation von KuferSQL anlegen — Datenbank duplizieren, Programmverzeichnis kopieren, Dokumenten-Pfade trennen

Eine Testumgebung ist eine vollständige, von Ihrer Produktivversion unabhängige Installation von KuferSQL. Sie erlaubt es, Updates, Einstellungs-Änderungen oder Schulungen risikofrei auszuprobieren, ohne den Echt-Datenbestand zu verändern — und eignet sich auch, um einen Umzug auf einen neuen Server vorab zu proben. Eine Testumgebung besteht immer aus zwei Teilen: einer Kopie der Datenbank und einer Kopie des Programmverzeichnisses.

ℹ️ Voraussetzung: Zugriff auf den SQL-Server und das Microsoft SQL Server Management Studio (SSMS). Sie benötigen außerdem Ändern-Rechte (Lesen, Schreiben und Ändern) auf das KuferSQL-Programmverzeichnis sowie auf den Dokumenten-Pfad.
⚠️ Nicht für Kunden im KuferSQL-Hosting: Dieses Verfahren gilt für Installationen im eigenen Haus. Betreiben Sie KuferSQL im KuferSQL-Hosting, richten Sie die Testumgebung nicht selbst ein — Kufer Software stellt sie bereit. Fordern Sie sie über die Kundenbetreuung an. Da dafür eine zweite Datenbank bereitgestellt und mitbetrieben wird, ist eine Testumgebung im Hosting mit zusätzlichen monatlichen Kosten verbunden.

Aufbau einer Testumgebung im Überblick

Damit Test- und Produktivsystem sauber getrennt arbeiten, müssen beide Bestandteile dupliziert werden:

  • Datenbank — eine Kopie der Produktivdatenbank, eingespielt unter neuem Namen auf demselben SQL-Server.
  • Programmverzeichnis — eine Kopie des KuferSQL-Ordners mit angepasster basyssql.udl, die auf die Testdatenbank zeigt.
  • Optional: Dokumenten-Ablage — wenn die Dokumente getrennt geführt werden sollen, müssen die Ordner kopiert und die Pfade in KuferSQL angepasst werden.

Die einzelnen Schritte werden in den folgenden Sektionen erklärt.

SQL-Server und Datenbanknamen ermitteln

Damit nicht versehentlich die falsche Datenbank gesichert wird, ermitteln Sie zuerst, auf welchem SQL-Server Ihre Produktivdatenbank liegt und wie sie heißt.

Variante 1 — Auslesen über KuferSQL:

  1. Öffnen Sie in KuferSQL ? → Info über KuferSQL → System.
  2. Notieren Sie die Werte aus den Feldern SQL-Server und Datenbank.

Dialog „KuferSQL Systeminformation” mit einem vergrößerten Ausschnitt-Kasten über den Feldern „SQL-Server: localhost\sqlexpress” und „Datenbank: KuferSQL”

KuferSQL-Systeminformation — Server- und Datenbankname auslesen, bevor die Sicherung erstellt wird

Variante 2 — Auslesen aus der basyssql.udl:

  1. Öffnen Sie im Programmverzeichnis von KuferSQL die Datei basyssql.udl.
  2. Im Reiter Verbindung finden Sie den SQL-Server unter Punkt 1 und die Datenbank unter Punkt 3.

Dialog „Datenverknüpfungseigenschaften” der basyssql.udl, Reiter „Verbindung”: unter Punkt 1 der Servername „localhost\sqlexpress”, unter Punkt 3 die Datenbank „KuferSQL”

basyssql.udl — Server und Datenbank im Reiter „Verbindung”

Datenbank sichern über das SQL Server Management Studio

Mit dem ermittelten Server und Datenbanknamen erstellen Sie nun eine Sicherung, die später als Quelle für die Testdatenbank dient.

So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie SSMS am SQL-Server und melden Sie sich an.
  2. Klappen Sie im Objekt-Explorer den Knoten Datenbanken auf, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre KuferSQL-Datenbank und wählen Sie Tasks → Sichern….
  3. Im Dialog Datenbank sichern stellen Sie ein:
    • Sicherungstyp: Vollständig
    • Sichern nach: Datenträger
    • Pfad: bestehenden Pfad entfernen und ein Verzeichnis wählen, in das der SQL-Server schreiben darf (z. B. C:\Windows\Temp).
  4. Bestätigen Sie mit OK.

SSMS-Kontextmenü mit Tasks → Sichern… für die Datenbank „KuferSQL”

Sicherung der Produktivdatenbank über SSMS — Rechtsklick auf die Datenbank → Tasks → Sichern…

Dialog „Datenbank sichern — KuferSQL” mit Sicherungstyp „Vollständig”, Sichern nach „Datenträger” und Zielpfad

SSMS-Sicherungsdialog — Sicherungstyp, Ziel und Pfad einstellen

⚠️ Dateiendung und Eindeutigkeit: Die Sicherungsdatei muss auf .bak enden. Eine gleichnamige Datei darf im Zielordner nicht bereits existieren.
ℹ️ Rechte-Fehler beim Anmelden oder Sichern: Erscheint beim Anmelden am SSMS oder beim Sichern eine Fehlermeldung wegen fehlender Berechtigungen, wenden Sie sich an Ihre IT-Abteilung. Betreuen Sie den SQL-Server selbst, melden Sie sich mit anderen Zugangsdaten an — etwa mit dem SQL-Benutzer sa oder einem anderen Windows-Administratorkonto.

Sicherung als Testdatenbank wiederherstellen

Die eben erstellte .bak-Datei wird nun unter einem neuen Datenbanknamen — typischerweise mit Präfix „TEST” — eingespielt.

So gehen Sie vor:

  1. Klicken Sie im Objekt-Explorer mit der rechten Maustaste auf Datenbanken und wählen Sie Datenbank wiederherstellen….
  2. Stellen Sie im Dialog Datenbank wiederherstellen ein:
    • Quelle: Option Medium, dann über die Schaltfläche … die .bak-Sicherungsdatei auswählen.
    • Ziel — Datenbank: sinnvollen Namen vergeben, am besten mit Präfix „TEST” (z. B. TEST_KuferSQL).
  3. Bestätigen Sie mit OK.

Kontextmenü auf „Datenbanken” in SSMS mit hervorgehobenem Eintrag „Datenbank wiederherstellen…”

Wiederherstellung starten — Rechtsklick auf „Datenbanken” → „Datenbank wiederherstellen…”

Dialog „Datenbank wiederherstellen — TEST_KuferSQL” mit Quelle „Medium” auf der .bak-Datei und Ziel-Datenbank „TEST_KuferSQL”

Wiederherstellungs-Dialog — Quelle ist die .bak-Datei, Ziel ist die neue Testdatenbank

💡 Rote Hauptmenü-Färbung: Wenn der Zielname mit „TEST” beginnt, erkennt KuferSQL die Datenbank als Testdatenbank und färbt das Hauptmenü rot. Diese visuelle Unterscheidung verhindert, dass Test- und Produktivumgebung verwechselt werden.
⚠️ Berechtigungen nachziehen: Haben Sie für den Zugriff auf die Produktivdatenbank einen eigenen SQL-Benutzer oder eine Windows-Gruppe berechtigt, gelten diese Rechte nicht automatisch für die neue Testdatenbank. Vergeben Sie die Berechtigungen auf der Testdatenbank noch einmal, sonst können die betroffenen Anwender die Testumgebung nicht öffnen.

Programmverzeichnis kopieren und basyssql.udl anpassen

Damit die Testumgebung unabhängig läuft, benötigen Sie ein eigenes Programmverzeichnis mit eigener Verbindungsdatei.

So gehen Sie vor:

  1. Kopieren Sie das Programmverzeichnis von KuferSQL (z. B. KuferSQL) und vergeben Sie einen sinnvollen Namen für die Kopie (z. B. KuferSQL Test).
  2. Öffnen Sie im neuen Verzeichnis die Datei basyssql.udl.
  3. Im Reiter Verbindung passen Sie den Datenbanknamen auf den der Testdatenbank an (z. B. TEST_KuferSQL).
  4. Testen Sie die Verbindung über Verbindung testen und speichern Sie mit OK.

Windows-Explorer-Liste mit den beiden Ordnern „KuferSQL” und „KuferSQL Test” untereinander im selben übergeordneten Verzeichnis

Zwei getrennte Programmverzeichnisse — Produktiv- und Testumgebung im Vergleich

ℹ️ Verknüpfungen anpassen: Legen Sie für die Testumgebung eine eigene Desktop- bzw. Startmenü-Verknüpfung an, die auf das Startprogramm im Test-Verzeichnis zeigt. So vermeiden Sie versehentliche Starts in die falsche Umgebung.

Dokumenten-Pfade trennen (optional)

Nach dem Wiederherstellen zeigt KuferSQL noch auf die produktiven Dokumenten-Pfade — die Pfade sind in der Datenbank gespeichert und haben sich durch das Kopieren nicht verändert. In vielen Fällen ist das gewünscht: in der Testumgebung sind alle Dokumente sofort sichtbar, ohne dass etwas kopiert werden muss.

Wenn Sie Test- und Produktivdokumente strikt trennen möchten, gehen Sie so vor:

  1. Kopieren Sie die Dokumenten-Ordner an einen neuen Ablageort für die Testumgebung.
  2. Starten Sie die Testumgebung über die Kopie des Programmverzeichnisses.
  3. Passen Sie die Pfade in der Testdatenbank an unter Einstellungen → Zentrale Einstellungen → Pfade und tragen Sie die neuen Test-Pfade ein.
⚠️ Standard ohne Trennung: Ohne diesen optionalen Schritt schreibt die Testumgebung Test-Dokumente in die produktiven Dokumenten-Ordner. Das ist meist unkritisch, kann aber zu Verwirrung bei Anwendern führen — empfehlenswert ist daher die Trennung, wenn aktiv mit Testdaten gearbeitet wird.

Ergebnis

Mit den ausgeführten Schritten steht eine eigenständige Testumgebung neben Ihrer Produktivinstallation. Die Testumgebung läuft auf demselben SQL-Server, nutzt aber eine eigene Datenbank und ein eigenes Programmverzeichnis. Das rot gefärbte Hauptmenü zeigt jederzeit, in welcher Umgebung Sie gerade arbeiten.

⚠️ Keine automatische Synchronisierung: Die Testdatenbank wird nicht automatisch mit der Produktivdatenbank abgeglichen — sie bleibt auf dem Stand des Tages, an dem Sie sie eingespielt haben. Um mit aktuellen Daten zu testen, wiederholen Sie die Schritte „Datenbank sichern über das SQL Server Management Studio” und „Sicherung als Testdatenbank wiederherstellen” erneut.
✅ Geschafft: Updates, Einstellungs-Experimente oder Schulungen können Sie nun in der Testumgebung ausprobieren, ohne den Produktivbetrieb zu gefährden.

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