Kursreihen definieren und aufbauen
Hauptkurs mit Unterkursen verknüpfen, Gebührenverteilung wählen und Unterkursgruppen für Wahl-Module aufbauen
Verknüpfen Sie in KuferSQL einen Hauptkurs mit seinen Unterkursen zu einer Kursreihe und legen Sie fest, wie Gebühren verteilt und welche Module als Wahlpflicht-Gruppen gebündelt werden.
Was ist eine Kursreihe?
Eine Kursreihe (auch Reihenkurs, Masterkurs oder Lehrgang) ist eine Zuordnung mehrerer Kurse zu einem gemeinsamen Hauptkurs. Im Gegensatz zu allen anderen Kursen wird im Hauptkurs die Raumplanung nicht durchgeführt. Die zugeordneten Kurse heißen Unterkurse. Typische Anwendungsfälle:
- Fort- und Weiterbildungen, die sich über mehrere Semester erstrecken
- Lehrgänge mit Basis- und Aufbaumodulen (z. B. Integrationskurse mit Abschnitten)
- Klassen, in die Teilnehmer einmal eingeschrieben werden und automatisch für alle Module gelten
KuferSQL pflegt diese Beziehung im Reiter Kursreihe des Hauptkurses. Über die Reihenanmeldung lassen sich Teilnehmer mit einer einzigen Aktion in alle (oder ausgewählte) Unterkurse anmelden — den operativen Anmelde- und Auswertungs-Workflow beschreibt der Anschlussartikel.
Schnellanleitung
- Im Hauptkurs den Reiter Kursreihe öffnen und Unterkurse zuordnen (Schritt 1)
- Unterkurse über Kurskopien als Unterkurse oder Sammelübernahme in einem Zug anlegen (Schritt 2)
- In den Zentralen Einstellungen die Gebührenverteilung (Hauptkurs oder Einzelkurse) festlegen (Schritt 3)
- Bei Wahlpflicht-Modulen Unterkursgruppen mit Mindest- und Höchstzahl konfigurieren (Schritt 4)
- Anschließend Teilnehmer im Hauptkurs anmelden, Status- und Raumlogik nutzen, Anwesenheiten und Exporte auswerten — siehe Anschlussartikel „Kursreihen operativ nutzen”
Schritt 1: Unterkurse im Reiter „Kursreihe” zuordnen
Öffnen Sie den Hauptkurs im Kursstamm und wechseln Sie auf den Reiter Kursreihe. Hier verwaltet KuferSQL die komplette Zuordnungstabelle der Reihe.

Reiter „Kursreihe” im Hauptkurs – jede Zeile ein Unterkurs mit Kursnummer, Titel, Gruppe, Eckdaten, Gebühr, UE, Anmeldungen und freien Plätzen; rechts die Aktionsleiste
Die rechte Aktionsleiste bietet vier Wege, Unterkurse zu ergänzen:
- Neue Zuordnung: Ein bereits angelegter Kurs wird dem Hauptkurs als Unterkurs zugeordnet.
- Kurskopien als Unterkurse: Neue Unterkurse werden durch Kopie des Hauptkurses erzeugt — sinnvoll für Modulreihen mit gleicher Stammstruktur.
- Kursneuanlage als Unterkurs: Ein leerer Unterkurs wird direkt unter dem Hauptkurs angelegt.
- Unterkurse übernehmen: Falls die eingetragenen Unterkurse ihrerseits Unterkurse haben, werden diese in den Hauptkurs übernommen.
In dieser Übersicht markieren Sie auch, welche Unterkurse standardmäßig zu einer Reihenanmeldung gehören. Bei der Anmeldung im Hauptkurs sind dann genau diese Unterkurse vorausgewählt.
Schritt 2: Unterkurse über Kurskopie oder Sammelübernahme erzeugen
Wählen Sie in der Aktionsleiste Kurskopien als Unterkurse, öffnet KuferSQL einen Dialog zur Anlage mehrerer Unterkurse in einem Durchgang. Sie geben die gewünschte Anzahl an und entscheiden, ob KuferSQL Vorgänger- und Folgekursnummern intern setzen soll.

Dialog „Neuanlage von Unterkursen” – Anzahl festlegen, maximal 10 Kurse pro Durchlauf werden empfohlen
Welche Felder vom Hauptkurs in die Kopien übernommen werden, steuern Sie zentral unter Einstellungen → Bildschirmvorgaben → Reiter Kopien → Kurskopie, dort über die Schaltfläche Anlage von Unterkursen als Kopien. Die Daten der einzelnen Unterkurse können Sie in diesem Bildschirm direkt eintragen.

Eingabemaske für die neuen Unterkurse bei der Kurskopie – Kursnummer, Kurstitel und Uhrzeiten sind aus dem Hauptkurs vorbelegt, die Datumsfelder tragen Sie hier direkt ein
Vorschläge nach Kurskopie und Sammelübernahme
Bei der Kurskopie speichert KuferSQL die Kursnummer des Ursprungskurses im neuen Kurs. War der Ursprungskurs ein Hauptkurs mit Reihenzuordnung, kann KuferSQL die Unterkurse-Zuordnung für den neuen Kurs vorschlagen — vorausgesetzt, die Unterkurse wurden ebenfalls mitkopiert.
Auf der 4. Seite des Kurses erscheint dann die Schaltfläche Vorschlag zur Kursreihe. Bei der Sammelkursübernahme (mehrere Kurse mit ihren Unterkursen in einem Zug) prüft KuferSQL ebenfalls automatisch, ob neue Reihen-Zuordnungen vorgeschlagen werden können, und zeigt sie in einem Übersichtsbildschirm an. Den gleichen Übersichtsbildschirm rufen Sie im Auswertecenter für Kurse über Sonstiges → Reihenkurszuordnungen auf.

Dialog „Vorschläge für die Unterkurse” – markierte Kurse werden als Unterkurse übernommen
Schritt 3: Gebührenstruktur für die Kursreihe festlegen
Klären Sie vor der ersten Anmeldung, wie die Gebühren einer Kursreihe verbucht werden. KuferSQL unterscheidet zwei Grundvarianten:
- Gebührenverteilung über den Hauptkurs: Das gesamte Entgelt wird im Hauptkurs zusammengefasst, die Unterkurse haben kein Entgelt. Der Journal-Eintrag erfolgt immer im Hauptkurs.
- Gebührenverteilung auf die Einzelkurse: Jeder Unterkurs erhält ein eigenes Entgelt; der Journal-Eintrag erfolgt in den ausgewählten Unterkursen und (optional) im Hauptkurs.
Den Standard hierfür legen Sie in den Zentralen Einstellungen → Reiter Organisation fest. Ist zusätzlich der Schalter Gebührenverteilung pro Kurs einstellbar gesetzt, lässt sich die Variante pro Reihenkurs im Reiter Kursreihe über den Menüpunkt Gebührenverteilung individuell steuern.

Bereich „Kursreihe” in den Zentralen Einstellungen – Standard-Verteilung, Anmeldemodus, Gruppenoption und weitere Schalter
Schalter „Anmeldung zum Reihenkurs”
Zusätzlich zur Verteilung definiert der Schalter Anmeldung zum Reihenkurs die Zusammensetzung der Gesamtgebühr. Die Wahl beeinflusst, ob die Gebühr des Hauptkurses mitgenommen wird und ob bei Teilauswahl der Unterkurse anteilig abgerechnet wird.
Beispiel: Gebühren verteilt auf Einzelkurse
Hauptkurs (HK) 250 €, drei Unterkurse (UK1–UK3) je 100 €. Markiert sind HK, UK1 und UK3 (UK2 wird nicht gebucht):
- Mit Gebühr des Hauptkurses (Standard): Summe 450 € — Journal-Einträge in HK, UK1, UK3 (sind alle Unterkurse markiert: 550 €)
- Ohne Gebühr des Hauptkurses: Summe 200 € — Journal-Einträge nur in UK1 und UK3 (sind alle Unterkurse markiert: 300 €)
Beispiel: Gebühren über Hauptkurs zusammengefasst
Gleiche Gebühren, aber Verteilung über den Hauptkurs. Hier hängt die Summe im Standard zusätzlich davon ab, ob alle oder nur ein Teil der Unterkurse markiert ist:
- Standard, alle Unterkurse markiert: KuferSQL verwendet die Gebührenanteile des Hauptkurses — Summe 250 € im Hauptkurs
- Standard, nur UK1 und UK3 markiert: KuferSQL fasst die Entgelte der markierten Unterkurse zusammen — Summe 200 € im Hauptkurs
- Mit Gebühr des Hauptkurses: Summe 450 € im Hauptkurs (sind alle Unterkurse markiert: 550 €)
- Ohne Gebühr des Hauptkurses: Summe 200 € im Hauptkurs (sind alle Unterkurse markiert: 300 €)
Der Journal-Eintrag für die Gebühren aller Unterkurse erfolgt bei der Gebührenverteilung über den Hauptkurs immer im Hauptkurs.
Schritt 4: Unterkursgruppen für komplexe Lehrgänge nutzen
Setzen Sie Unterkursgruppen ein, wenn eine Reihe Wahl-Module enthält — z. B. „Teilnehmer wählt mindestens ein, höchstens zwei Vertiefungsmodule”.
Die Funktion ist nur aktiv, wenn in Zentrale Einstellungen → Organisation → Kursreihe der Schalter Unterkursgruppen verwenden gesetzt ist. Zusätzlich müssen unter Einstellungen → Hinterlegungen Kurse → Reihenkurs Unterkursgruppen zunächst Vorlagen mit eindeutiger Beschreibung und Farbe hinterlegt werden.
Im Reiter Kursreihe des Hauptkurses bearbeiten Sie die Untergruppen über die Schaltfläche Unterkursgruppen in der rechten Aktionsleiste. Bei der Neuanlage wählen Sie eine Vorlage aus, deren Werte Sie individuell überschreiben können. Bei mehreren Gruppen je Kurs empfiehlt sich die Verwendung unterschiedlicher Farben und Beschreibungen.

Dialog „Unterkursgruppe” und „Auswahl von Unterkursen” – Gruppe definieren und die zugehörigen Unterkurse zuordnen
Über die Schaltfläche Zuordnung der Unterkurse zur Untergruppe öffnen Sie einen Auswahlbildschirm mit allen Unterkursen, Kursnummer, aktueller Gruppenzuordnung und Kurstitel:
- Sind bereits Zuordnungen für die Gruppe eingetragen, sind diese Unterkurse angehakt.
- Sind noch keine Zuordnungen eingetragen, sind alle Kurse ohne bestehende Zuordnung angehakt.
In der Übersicht erscheint die Gruppenzuordnung farbig in einer eigenen Spalte. Als Beschreibung wird das Kürzel der Gruppe ausgegeben oder, falls leer, eine Kurzbeschreibung der Kriterien — z. B. „1” bei genau einem Kurs, „1-2” bei einem bis zwei Kursen, „1+” bei mindestens einem Kurs, „-2” bei höchstens zwei Kursen, „alle”.
Ergebnis
Die Kursreihe ist definiert: Hauptkurs und Unterkurse sind verknüpft, Sammelübernahme und Kurskopie übernehmen Reihen-Zuordnungen automatisch, die Gebührenverteilung steht fest, und optionale Unterkursgruppen sichern Wahlpflicht-Regeln bereits bei der Anmeldung ab. Damit ist die Reihe bereit für den operativen Einsatz — Anmeldung, Status-Steuerung, Raumplanung und Auswertung folgen im Anschlussartikel.